Rheuma und Darm
Rheuma & Co.

Rheuma und ein gesunder Darm

Wenn Du meinen Blog schon länger kennst, dann hast Du bereits gelesen, dass Rheuma im Ayurveda als Ama-Vata bezeichnet wird. Ein Grund dafür ist ein schwaches Verdauungsfeuer und eine falsche Ernährung, die den Stoffwechsel nicht ausreichend aktiviert bzw. ihn nicht ausreichend befähigt, die Nahrung, die Du zu Dir nimmst, zu verwerten.

Als Beispiel: die Nahrungsbestandteile können nicht in ihre Einzelbestandteile zerlegt werden, also Fette, Kohlehydrate, Eiweiße (die so genannten Aminosäuren). Und diese werden dann natürlich auch nicht mehr richtig vom Körper aufgenommen und bleiben unverdaut im Darm liegen. Der Ayurveda nennt diese unverdauten Proteine bzw. Nahrungsmittelreste Ama, oder auch Schlacken, Toxine. Gifte. Die Probleme unverdauter Bestandteile Deines Essens sind erstens, dass diese Proteine das Immunsystem auf den Plan rufen oder von Bakterien als Leckerli angesehen werden und zu Blähungen führen. Verstopfungen sind auch möglich.

Womit wir wieder beim Ayurveda sind. Ama Vata ist eine Vata-Erkrankung, die z.B. mit einer wechselhaften Verdauung einhergeht – also Blähungen und Verstopfung im Wechsel. Wenn neben der Ansammlung von Ama das überreizte Vata-Dosha hinzukommt, dann werden die Giftstoffe im ganzen Körper verteilt. Das merkst Du z.B. daran, dass die Schmerzen oder geschwollenen Stellen immer mal wieder wechseln. So wird es nie langweilig, wenn man daraus etwas Positives ziehen möchte *zwinker*.

Warum ist eine gesunde Darmwand wichtig?

Wenn die Darmwand, die wirklich dünn ist, also nur aus einer einzigen Epithelschicht besteht, geschädigt ist und durchlässig für Gifte, dann können diese unverdauten, vor sich hin gärenden Reste in den Blutkreislauf aufgenommen werden und vom Immunsystem als Fremdkörper angesehen werden. Du hast ganz bestimmt schon das Wort Antigen gehört. Das sind meistens Proteine, aber auch Kohlehydrate, die dann von körpereigenen Antikörpern als fremd erkannt und angegriffen werden. Und kann z.B. die typischen Entzündungsreaktionen auslösen.  In den letzten 4-5 Jahrzehnten, und das ist schon arg lange wie ich finde, hat auch die Wissenschaft erkannt, dass bei Rheuma oder allgemein Autoimmunerkrankungen wie MS, Psoriasis oder Hashimoto, der Darm eine nicht unbedeutende Rolle spielt, denn die Betroffenen haben nachweislich weniger Verdauungssäfte und Enzyme, was natürlich zu einer schwachen Verdauung führt.

Und hier sind wir wieder beim Ayurveda, der sagt, dass bei Rheuma die Verdauungskraft, das Agni, also unser Verdauungsfeuer (womit eben auch die Verdauungsenzyme gemeint sind) zu schwach ist und gestärkt werden muss. Dazu erfährst Du einige Tipps in diesem Blog-Beitrag.

Verdauungsenzyme und ihre Arbeit

Wenn die Verdauungsenzyme nicht effektiv genug arbeiten können, dann ist klar, dass das was wir essen, nicht gut verwertet werden kann und uns auch wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente fehlen. Die sind aber enorm wichtig, dass unser Körper gut funktioniert.

Ein paar Beispiele: Eisen ist wichtig gegen Fremdstoffe, Selen gegen freie Radikale und Zink für das Immunsystem. Vitamin C gilt möglichweise als schützend gegen rheumatoide Arthritis und Magnesium kann sogar Entzündungen hemmen. Nährstoffe werden dafür gebraucht, um neues Gewebe, wie Muskeln, Knochen oder Fett herzustellen.

Neben der Ernährung ist auch Dein Lebensstil wichtig, denn Stress und Schlafmangel können dazu führen, dass die Darmschleimhaut durchlässiger wird und die Entzündungen nicht zum Ruhen kommen können. Und dann können Deine Medikamente noch so gut sein. Wir können eben nicht nur Tabletten nehmen und einen durch und durch sündigen Lebensstil pflegen.

Warum ist das so wichtig? Stresshormone sorgen für die Ausschüttung von entzündungsfördernden Botenstoffen, auch Zytokine genannt. Und dafür gibt es dann die bekannten Zytokin-Hemmer, die diese Ausschüttung unterdrücken und so die Entzündungen lindern bzw. am Entstehen hindern.

Was also ist wichtig bei Rheuma in Bezug auf die Verdauung und den Darm?

Ich möchte Dir ein paar wichtige Tipps geben, Dich aber auch darauf hinweisen, dass es darauf ankommt, wie erfolgreich jede Behandlung, ob schulmedizinisch oder auch ayurvedisch, davon abhängt, in welchem Stadium die Rheumaerkrankung ist. Die Panchakarma Kur, die nur professionell durchgeführt werden soll, kann einen großen Effekt haben, denn hier kann der Darm u.a. durch abführende Maßnahmen, gereinigt und Schädigungen beseitigt werden. Ich möchte Dir mit meinem Blog aber zeigen, was Du selbst gut in Dein Leben integrieren kannst.

Im Ayurveda ist die Behandlung von Rheuma recht komplex, aber Du kannst tatsächlich immer selbst etwas tun, um vorhandene Symptome zu lindern und Dich nicht allein auf verordneten Medikamente ausruhen. Das ist wichtig, denn das bringt uns auch raus aus der Opferrolle, die ich ganz oft bei Rheumabetroffenen erlebe, dass der Rheumatologe allein für ein symptom- und schmerzfreies Leben zuständig wäre. Dem ist natürlich nicht so. Wir haben so so viel selbst in der Hand und das sollten wir auch unbedingt. Und ehrlich, sonst würden wir uns selbst auf unseren Körper reduzieren, den wir vermeidlich mit Medikamenten steuern können. Wir haben aber noch einen Geist, der ein großes Wörtchen mitzureden hat und mit Deinen Gedanken hast Du ein nicht zu unterschätzendes Werkzeug. Denk mal daran, wie verrückt es ist, wenn Du an eine Zitrone denkst, wie Du reinbeißt und Dir allein dadurch der Speichel im Mund zusammenfließt. Spürst Du es?

Tipps aus dem Ayurveda zur Verdauungsanregung

  1. Iss nur, wenn Du wirklich Hunger hast. Und dann kaue gut, lange und in Ruhe.
  2. Trinke eine halbe Stunde vor dem Essen und eine Stunde nach dem Essen nichts, eine Ausnahme ist heißes Ingwerwasser, aber auch das nur in Maßen.
  3. Trinke also insbesondere während des Essens keine Getränke, erst recht keine Kalten, denn dadurch werden Deine eh schon geringen Verdauungssäfte weiter verdünnt und sind noch weniger in der Lage Dein Essen aufzuspalten.
  4. Wenn etwas Süßes, dann zu Beginn Deiner Mahlzeit. Denn Süßspeisen sind aus energetischer Sicht kalt und schwer und sollten vom wenig vorhandenen Verdauungsfeuer als erstes verwertet werden.
  5. Versuche es einmal mit einer kleinen Scheibe Ingwer (1 Cent Stück groß), mit etwas Salz und Limettensaft beträufelt und kaue diese vor dem Essen.
  6. Nach dem Essen kannst Du eine verdauungsfördernde Gewürzmischung knabbern. Ein Rezept findest Du auf meinem Instagram-Profil.
  7. Iss möglichst leicht verdaulich, dazu gehören Eintöpfe und Suppen, besonders am Abend, wo unser Verdauungsfeuer noch geringer ist als beispielsweise am Mittag.
  8. Ätherisches Zitronenöl* fördert innerlich eingenommen Deine Verdauung. Das ist schonender als Zitronensaft, da es keine Säuren enthält.
  9. Nutze reichlich verdauungsfördernde, krampflösende und entblähende Gewürze, z.B. Kreuzkümmel, Fenchel, Bockshornklee, Koriander, Nelke, Zimt, gekochter Knoblauch oder Kurkuma. Gemüse wie rote Beete, Möhren und Kürbis sind leicht dazu verdaulich.
  10. Nimm Dir Zeit für Dein Essen. Konzentriere Dich dann bestenfalls auch nur auf Dein Essen, was Du wahrscheinlich oder hoffentlich mit Liebe zubereitet hast, und schaue dabei kein Fernsehen oder beantworte Emails. Denn unser Körper braucht tatsächlich das Signal, sich jetzt auf die Verdauung konzentrieren zu müssen, ganz ohne Ablenkung.

Ein toller Tipp zum Schluss

Wenn Du Dich am Mittag gern mal hinlegst, was in Verbindung mit einem kurzen Spaziergang auch verdauungsfördernd sein kann (Tagesschlaf wiederum ist nicht gut bei Vata-Erkrankungen), dann lege Dich für 15 Minuten auf Deine linke Seite.

Laut dem Ayurveda erleichtert das Deinem Körper, Schlacken und Giftstoffe auszuscheiden. Außerdem werden Verdauungsenzyme aufgrund der natürlichen Position der Organe besser gebildet und die Verdauung nach einer Hauptmahlzeit kommt besser in die Gänge.

*Komm hier gerne auf mich zu, wenn Du zu den passenden ätherischen Ölen Beratung suchst (schreib mir an mail@the-ayurvedic-way.de)


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Rezepte bei Rheuma

Quellen:

Buch: Kerstin Rosenberg, Ayurveda heilt: Ernährung als Medizin (2015).

www.wiki.yoga-vidya.de

AyurvedMedundRheuma (kem-med.com)

Behandlungsoptionen für rheumatoide Arthritis (zentrum-der-gesundheit.de)

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